Förderung des Natur- und Artenschutzes

auf landwirtschaftlich genutzten Flächen

 

Werden landwirtschaftlich genutzte Flächen in einer naturverträglichen Art und Weise gepflegt, dann nutzt das nicht nur dem jeweiligen Landwirt, sondern auch der gesamten Pflanzen- und Tierwelt und letztlich auch dem Wild, um dessen Wohl die Jägerschaft bemüht ist. Wenn weniger Pflanzenschutzmittel gespritzt werden, wenn weniger gedüngt wird und die Flächen weniger intensiv genutzt werden und ggf. sogar noch nach ökologischen Vorgaben genutzt und auch bestellt werden, dann ist man damit ein großes Stück voran gekommen, die Artenvielfalt im Revier zu fördern. Ein spezielles Förderprogramm dazu, das Hessische Programm für Agrarumwelt und Landschaftspflegemaßnahmen, kurz HALM genannt, dass das hessische Umweltministerium aufgelegt hat, sollte daher breite Anwendung finden. Antragsberechtigt sind nur die jeweiligen Landnutzer.

 

Daher mein Ratschlag an Sie als Jäger: Sprechen Sie die in Ihren Jagdbezirk wirtschaftenden Landnutzer und Landwirte an und machen Sie diesen Personenkreis darauf aufmerksam, dass entsprechende Förderprogramme existieren.

 

Zuständig im Bereich des Landkreises Fulda ist, in der Kreisverwaltung, der

Fachdienst Natur und Landschaft

Wörthstraße 15

36037 Fulda

Tel.  0661-6006-386

 

Dort können sich die Landwirte über die nachstehend beschriebenen Förderprogramme kundig machen und entsprechende Anträge stellen. Selbstverständlich sind die entsprechenden Informationen auch über die Internetseite der Kreisverwaltung ersichtlich.

 

Voraussetzung für einen Förderantrag ist immer:

  • Der Antragsteller und der Bewirtschafter müssen identisch sein.

  • Es muss ein Landwirt sein, der die Fläche auch in seinem Agrarantrag angegeben hat.

  • Es muss sich um eine landwirtschaftlich genutzte Fläche handeln (Magerrasen gehören auch dazu, bei Feuchtflächen ggf. fragwürdig, je nach Ausprägung – Röhrichte eher nicht), die aber auch in gewissen Umfang „Landschaftselemente“ wie kleine Feldgehölze oder Baumreihe oder Einzelbäume, Quelle u.a. enthalten können. 

  • Die Fördergelder werden immer ZUSÄTZLICH zu der normalen Agrar-Flächenprämie gezahlt!

 

Zusätzlich gibt es noch „H2“ für reine Biotoppflegeflächen, die nicht wirklich landwirtschaftlich genutzt sind. Da ist die Vergütung frei verhandelbar (kann also auch höher liegen als bei dem normalen HALM) bzw. muss natürlich von der Behörde anhand von anerkannten Vergütungssätzen und Arbeitskosten einzeln kalkuliert und vereinbart werden (das Ministerium muss Kalkulation genehmigen). Es soll vorwiegend nur in FFH-Gebieten angewandt werden.

 

Im Folgenden sind Beispiele beschrieben, wie, in welcher Form und unter welchen Voraussetzungen Förderungen möglich sind: 

C3. Integration naturbetonter Strukturelemente der Feldflur

 

C3.1 Einjährige Blühstreifen

 

Voraussetzung:

  • Mind. 5 m breit; 1.000-10.000 m²

  • Schlagteilung nicht zulässig

  • Laufzeit 5 Jahre, aber Wechsel der Flächen zulässig

  • Keine Förderung auf Flächen mit rechtlicher Einschränkung von Pflanzenschutzmitteln oder Stickstoffdünger und „Ökologischen Vorrangflächen“

  • Max. auf 10% der förderfähigen Ackerkulturen

 

Maßnahme:

  • Jährliche Neuanlage bis 30.04.

  • Umbruch ab 15.09. bzw. 31.01. Folgejahr (je nach Vergütungsvariante)

  • Saatgutmischung gem. Anlage 6a (Nachweis über Einkaufsbelege)

  • Keine Pflanzenschutzmittel, keine Stickstoffdüngung

  • Keine Nutzung (Pflege im Einzelfall möglich)

  • Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen (Schlagkartei)

 

Vergütung:

  • 600 €/ha bei Umbruch ab 15.09.

  • 750 €/ha bei Umbruch ab 31.01.Folgejahr (außer letztes Verpflichtungsjahr)

 

 

C3.2 Mehrjährige Blühstreifen/-flächen

 

Voraussetzung:

  • Mind. 5 m breit; 1.000-10.000 m²

  • Schlagteilung zur Umgehung der Maximalfläche nicht zulässig (aber Teilstreifen anlegen möglich!)

  • 5 Jahre auf der selben Fläche

  • Nur auf Flächen, die > 3 Jahre kein Dauergrünland waren

  • Max. 10% der förderfähigen Ackerkulturen

  • Nicht möglich in der HALM-Kulisse Ackerwildkräuter

  • Keine Förderung auf Flächen mit rechtlicher Einschränkung von Pflanzenschutzmitteln oder Stickstoffdünger und „Ökologischen Vorrangflächen“

 

Maßnahme:

  • Erstansaat bis 30.04., Umbruch erst nach 5 Jahren ab 31.12.

  • Saatgutmischung gem. Anlage 6b (Nachweis über Einkaufsbelege o.ä.)

  • Keine Pflanzenschutzmittel, keine Stickstoffdüngung

  • Keine Nutzung; Mahd oder Mulchen aber auf bis zu 70% der Fläche zulässig vom 01.09.-30.10. (weitere Pflege im Einzelfall möglich).

  • Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen

 

Vergütung:

 

600 €/ha

 

 

C3.3 Gewässer-/Erosionsschutzstreifen

 

Voraussetzung:

  • Mind. 5 m – max.30 m breit; mind. 1.000 m² Fläche

  • 5 Jahre auf der selben Fläche

  • Keine Förderung auf Flächen mit rechtlicher Einschränkung von Pflanzenschutzmitteln oder Stickstoffdünger und „Ökologischen Vorrangflächen“

  • nur möglich in der HALM-Kulisse „Erosion“ oder „Oberflächengewässer“

  • Fläche muss Ackerfläche mit förderfähiger Kultur sein

  • Lage entlang von Gewässern bzw. auf erosionsgefährdeten Flächen quer zum Hang oder quer zur Hauptwindrichtung

  • Fläche darf nicht als Abstellfläche (Geräte, Maschinen) oder Lagerfläche genutzt werden

 

Maßnahme:

  • Kennzeichnung der Fläche (z.B. mit Pflöcken) erforderlich

  • Einmalige Einsaat im ersten Jahr mit Saatgutmischung gem.Anlage 6c

  • Keine Pflanzenschutzmittel, keine Stickstoffdüngung

  • Aufwuchs darf genutzt werden

 

Vergütung:

 

760 €/ha

 

 

C3.4 Ackerrandstreifen

 

Voraussetzung:

  • Mind. 5 m – max.30 m breit; mind. 1.000 m² Fläche

  • Auch gleichzeitig an mehreren Feldrändern eines Schlages möglich

  • Fläche muss Ackerfläche mit förderfähiger Kultur sein

  • Nicht möglich bei Mais, hochwüchsigen Energiepflanzen, Brache oder Ackerfutter

  • Laufzeit 5 Jahre, aber Wechsel der Flächen zulässig

  • Keine Förderung auf Flächen mit rechtlicher Einschränkung von Pflanzenschutzmitteln oder Stickstoffdünger

 

Maßnahme:

  • Jährliche Neuanlage durch bodenwendende Bewirtschaftung (Ausnahmen von bodenwendender Bearbeitung bei sehr steinigen Böden möglich)

  • Nach Aussaat bis zur Ernte keinerlei Bearbeitungs- oder Pflegemaßnahmen

  • Keine Pflanzenschutzmittel, keine Stickstoffdüngung

  • Aufwuchs darf genutzt werden

 

Vergütung:

 

660 €/ha Ackerrandstreifen-Fläche

HALM

 

D Förderverfahren Grünland

 

Allgemeine Voraussetzungen/Verpflichtungen für alle Förderverfahren von D

 

  • 5 Jährigkeit

  • Wechsel der Flächen nicht zulässig

  • Zuwendungs- oder Erweiterungsantrag stellen

  • Zuwendungsbetrag mindestens 50 €

  • Förderfähige Flächen liegen in Hessen

  • Betriebsinhaber bewirtschaftet Flächen selbst

  • Flächen im FNN des Antragsjahres und Flächen über welche er im Folgejahr sicher verfügen wird.

  • Flächen mit NC 591 und NC 555 können als DGL beantragt werden, es muss jedoch ein grünlandartiger Bestand zum 01.01.2015 vorhanden sein.

  • Bestandsregister für Rinder und Schafe

  • keine Flächen mit Bewirtschaftungseinschränkungen (z.B. Kompensationsmaßnahmen)

  • innerhalb 15 Werktagen schriftlich mitteilen, wenn Verpflichtungen nicht erfüllt werden können

  • Dokumentation der Bewirtschaftungsmaßnahmen in einer Schlagkartei

  • mindestens eine Nutzung zw. dem 1. Mai bis 30. September durch Beweidung oder Mahd (inkl. Mähgutabtransport)

 

Höhe der Beihilfe

 

  • D1 und D2: 190 € je ha , gleicher Prämiensatz für Mahd und Beweidung

  • D3: Nachweis von mindestens 4 Kennarten: 190€/ha

                Nachweis von mindestens 6 Kennarten: 280€/ha

                Nachweis von mindestens 8 Kennarten: 340€/ha

 

Förderverfahren (Maßnahme)

 

D.1 Grünlandextensivierung

 

  • Keine Kulisse erforderlich: Landesweites Förderangebot

  • keine Dünge- und Pflanzenschutzmittelanwendung/Beregnung/Drainage/Melioration

  • keine wendende oder lockernde Bodenbearbeitung

  • keine Veränderung des Bodenreliefs

  • mindestens eine Nutzung zw. dem 1. Mai bis 30. September durch Beweidung oder Mahd (inkl. Mähgutabtransport)

  • Wechsel der Fläche nicht zulässig.

 

D.2 Bodenbrüterschutz

 

  • Beantragter Schlag liegt in der Maßnahmenkulisse D.2 Grünland-Bodenbrüterschutz oder es sind Flächen von Öko-Landwirten mit NC 490.

  • Drei Zweimonatszeiträume (A vom 15.03. bis 15.05., B vom 01.04. bis 31.05., C vom 01.06. bis 31.07.) in welchen auf Walzen, Schleppen, Striegeln, Mähen, Nachsäen, Neuansaat und die Dünge- und Pflanzenschutzmittelausbringung verzichtet wird.. Welcher von den Zweimonatszeiträumen maßgebend ist, wird auf Grundlage des HALM-Layers  „Bodenbrütende Vögel“ entschieden.

  • Beweidungsdichte im maßgeblichen Zweimonatszeitraum 1,5 GVE/ha

  • Führen eines Bestandsbuches als Nachweis der Bestandsdichtebeschränkung

Geschäftsstelle J.G.V.

Tonkaute 8

36041 Fulda-Johannesberg

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