Wir über uns
Liebe Jägerinnen und Jäger!
Zunächst darf ich mich im Namen des Vorstandes bei allen
Vereinsmitgliedern bedanken, die in der Vergangenheit
in vielfältiger Art und Weise die Arbeit unseres Vereins
unterstützt und diesen repräsentiert haben.
Über unsere Webpräsenz bieten wir Ihnen umfassende Möglichkeiten, mit uns auch über die allgegenwärtigen elektronischen Medien in Kontakt zu treten und in Bezug auf unsere Aktivitäten auf dem aktuellsten Stand zu sein. Unter der Rubrik Neuigkeiten und Veranstaltungen finden Sie unseren BLOG mit Meldungen aus unserem Verein, dem LJV Hessen und dem DJV zu allen Themen rund um Jagd und Naturschutz.
Wir berichten zeitnah über unsere Aktivitäten und auch erzielte Erfolge. Die, die dabei waren, finden sich wieder. Die "Daheimgebliebenen" lade ich herzlich ein, unsere geplanten Veranstaltungen zu besuchen. Es kann ganz kurzweilig sein, sich dort untereinander auszutauschen und Neues zu entwickeln. Erfahrungen sammeln wir dabei allemal.
Mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches Jagdjahr - ob in heimischen oder fernen Revieren - mit viel Waidmannsheil
 
Ihr
Dr. Rudolf Leinweber
1. Vorsitzender

Wald und Wild oder Wald vor Wild?

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Jägerinnen, liebe Jäger!
                                         
 Seit Jahrzehnten streiten Förster, Jäger und Naturschützer über den richtigen Umgang mit den heimischen Wildtieren und dem damit verbundenen Jagddruck in den Wäldern.
                                           
 Da es unserem Wald jedoch noch nie so gut ging wie heute, sollte die Fortsetzung des Konflikts hinterfragt werden.
Seit den 70er Jahren wird über die Probleme des deutschen Waldes mit dem größten
einheimischen Wildtier, dem Rotwild, diskutiert. Dies fresse die Triebe ab, zerbreche
mit seinen Geweihen die jungen Bäume und schäle deren Rinde. Die Folge seien riesige
ökologische und ökonomische Schäden.
Doch dies sei weniger die Schuld des Rotwildes als vielmehr ein Versagen des Menschen. Durch Trophäenkult und Überhege versage der Jäger als Regulativ des Wildes. Um die Bäume zu retten, müssten die Wildbestände dringend auf ein verträgliches Maß reduziert werden.
 
Seit dieser Zeit ist das Schlagwort vom sogenannten „Wald-Wild-Konflikt“ niemals zum Erliegen gekommen.
Tatsächlich handelt es sich nicht um einen Konflikt zwischen Wald und Wild, sondern
um einen Konflikt unter Menschen mit unterschiedlichen Zielen. Engagierte Förster, bei
denen der Baumbestand im Vordergrund steht, liegen im Streit mit leidenschaftlichen
Jägern, die sich als Wildfreunde sehen.
 
Die einen organisieren sich im Ökologischen Jagdverband (ÖJV) oder in der Arbeitsgemeinschaft naturnahe Waldwirtschaft, die anderen sind Mitglieder im Deutschen Jagdverband (DJV).
Kaum eine Jagdzeitschrift wird gedruckt, ohne dass das Problem Schälschäden und
Wildbestand thematisiert und heftig diskutiert wird. Und stets fordern die Kritiker der
klassischen Jagdpolitik vehement erhöhte Abschüsse als alleiniges waldbauliches Mittel
ein.
 
Die eingeführte und noch immer umstrittene neue hessische Jagdverordnung trägt,
bezugnehmend auf die Möglichkeit des Abschusses von Rehböcken bis Ende Januar,
sicherlich dazu bei.
 
Ungeachtet dieser Streitigkeiten wächst der deutsche Wald jedoch munter weiter. Nachdem
man ihm Anfang der 80er Jahre noch das große Sterben voraussagte, wofür neben dem sauren Regen auch der Wildverbiss als Begründung herangezogen wurde, ist der aktuelle Waldzustand so gut wie noch nie. Niemals war die Naturverjüngung so üppig und die deutschen Wälder so vorratsreich wie heutzutage.
 
Wer nun glaubt, ein Massenabschuss des Rot- und Rehwildes sei für derartige Erfolge verantwortlich, der irrt.
Tatsache ist, dass es noch nie so viele Wiederkäuer im deutschen Wald gegeben hat wie
heute.
 
In den 70er Jahren erlegten die deutschen Jäger ca. 40.000 Stück Rotwild, heute sind es knapp 70.000, die Rehwildstrecke sprang von 600.000 auf 1,2 Millionen.
Doch wie gehen forstliche Erfolge einerseits und hohe Wildbestände andererseits zusammen? Der Hintergrund liegt in einer veränderten Jagdstrategie im Wald. Während früher an nahezu 365 Tagen im Jahr das Wild bejagt wurde, konzentrieren sich Jäger und Forstbeamte heute auf großräumige Bewegungsjagden oder auf sogenannte Jagdintervalle.
In kurzer Zeit wird dabei viel Strecke gemacht, der Jagddruck und deshalb auch der Energiebedarf des Wildes werden dadurch gesenkt. Gleichzeitig bieten die umliegenden
Ackerflächen durch Anbau von Energiepflanzen wie Raps und Mais einen noch nie gekannten Äsungsüberschuss, der den Wald zusätzlich entlastet. Die Nutzung von Agrarflächen durch Zwischenfrüchte oder Dauergrünland verringert den Druck auf den Wald zusätzlich.
Es wäre nun an der Zeit, den anhaltenden Streit zwischen Wild- und Waldfreunden endlich zu begraben und ein vernünftiges Miteinander von Wald und Wild zu propagieren.
Beides ist Natur, beides erfreut uns, beides hat eine Zukunft. Nicht gegen-, sondern miteinander! Doch das zu vermitteln, bleibt eine große Aufgabe für uns alle.
 
Denn der Umgang mit Wild ist eigentlich einfach, schwierig ist der Umgang mit den dazu
gehörenden Menschen.
 
Ihr
Veit Küllmer
2. Vorsitzender

Geschäftsstelle J.G.V.

Tonkaute 8

36041 Fulda-Johannesberg

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